Was Lottospielen mit Mexikos Hauptstadt zu tun hat

Lottoschein

„Heute knack ich den Lotto-Checkpot! Was andere schaffen, kann ich auch!“  Vielleicht sieht die Euphorie einiger naiver Lottosüchtiger nach lesen dieses Artikel etwas anders aus 🙂

Wahrscheinlichkeitsberechnung 6 aus 49

Wahrscheinlichkeitsberechnung 6 aus 49

Nachdem ich heute beim Einkaufen eine Person gesehen habe, die knappe 100 Euro für Lottoscheine ausgegeben hat, konnte ich es nicht lassen, diesen kleinen Beitrag für all diejenigen zu posten, die davon überzeugt sind, Ihr Lottoglück könnte eines Tages in Erfüllung gehen. 6 Richtige + Superzahl oder vielleicht der Checkpot von 30 Millionen ist doch machbar, oder etwa nicht?

Zunächst mal etwas Mathematik, aber keine Angst, es ist nicht die Aufgabe, die nebenstehende Formel zu verstehen. Aber es gilt einfach, die Tatsache zu akzeptieren: Beim deutschen Lotto liegt die mathematische Gewinnchance (6 Richtige + Superzahl) bei rund 1 zu 139 Millionen. Um sich das bildlich vorstellen zu können, nehme ich an dieser Stelle einmal einen Vergleich, den ich aus interaktionsblog.de entnommen habe:

Würde man 5-Euro-Geldscheine aneinanderreihen, ergäbe das eine Strecke von Berlin bis Sydney. Und die Aufgabe des Lottospielers ist es nun, auf dieser Strecke den richtigen 5-Euro-Schein auszuwählen.

Viel höher natürlich, nämlich um den Faktor 10,  ist die Chance, „nur“ 6 Richtige ohne Superzahl zu erreichen. Diese liegt nämlich bei rund 1 zu 13,9 Millionen. Immerhin kann es dafür schon mal 100.000 Euro geben, sofern das Glück – vor allem bei riesigen Checkpots sehr häufig – nicht mit anderen Spielern geteilt werden muss. Um einen bildlichen Vergleich zu haben, der hoffentlich auch den letzten Naiven unter den Lesern davon überzeugt, wie wenig man auf 6 Richtige am Wochenende hoffen kann, habe ich auf einer meiner Mexikoreisen eine kleine Story für Euch gebastelt. Also, lest das gut:

Mexiko-Stadt, Blick vom Chapultepec Parque

Mexiko-Stadt, Blick vom Chapultepec Parque

Die Einwohnerzahl von Mexiko-Stadt, der Hauptstadt Mexikos, liegt bei geschätzten 28 bis 30 Millionen Einwohnern. So genau kann das aber keiner sagen, weil die Stadt schneller wächst, als man mit der Registrierung der Einwohnern hinterher kommt.

Nehmen wir an, Du bist auf Deiner Reise von Frankfurt nach Mexiko-Stadt. Auf dem zwölfstündigen Flug hast Du bereits nette Bekanntschaft mit Deinem Sitznachbarn gemacht: ein Geschäftsmann, der in Mexiko-Stadt wohnt. Da der Geschäftsmann aber sehr tüchtig ist, arbeitet er während des Flugs aber auch mal an seinem Notebook. Wie üblich, werden 40 Minuten vor dem Anflug auf die Hauptstadt die Passagiere gebeten, sämtliche elektronischen Geräte auszuschalten und das Gepäck sicher zu verstauen. Der Geschäftsmann legt das Notebook in die Zeitschriftenablage vor seinem Sitz. Die Landung ist erfolgt. Jeder Passagier steht auf die typisch bekannte hektische Art und Weise auf und versucht, sein Handgepäck in den oberen Gepäckfächern schnell an sich zu reißen, so wie auch der Geschäftsmann, der im oberen Fach noch eine Reisetasche hat. Nach Öffnen der Bordtür strömen die Leute raus in die Gangway. Verständlich irgendwie, nach 12 Stunden Flug. Im letzten Moment fällt Dir aber auf, dass Dein Sitznachbar  sein Notebook noch in der Zeitschriftenablage vergessen hat. Du nimmst das Notebook, versuchst, dem Geschäftsmann hinterher zu rennen, aber kannst ihn aufgrund des hohen Besucheraufkommens am Flughafen nicht mehr auffinden. Also behältst Du zunächst das Notebook, und da Du ein ehrlicher Mensch bist, bringst Du das Notebook am anderen Tag dem Eigentümer selbst vorbei. Ist ja alles ganz einfach!

Du fährst – mit Notebook  bewaffnet – in die City rein, klingelst an irgend einem beliebigen Haus, egal wo in der Stadt, ob im Norden oder Süden, ob Ost oder West, ob Zentrum oder Randgebiet, egal! Du klingelst einfach irgendwo. Und jetzt kommt der Moment:  Die Tür öffnet sich, und entweder Dein Sitznachbar aus dem Flugzeug oder seine Ehefrau kommt heraus und freut sich riesig, dass Du das Notebook zurückgebracht hast.

Klicke einfach auf das Luftbild, das ich vor einigen Jahren mal während des Anflugs auf die Stadt gemacht habe und schau dir das Häusermeer in Ruhe an. Das Foto zeigt nur einen winzigen Teil der Millionenmetropole. Das Wiedersehen Deines Sitznachbarn im richtigen Haus waren eben mathematisch gesehen 6 Richtige ohne Superzahl. Na, noch Lust auf Lotto? 🙂